Media 2002-09-21 V.l. nach r.: Uschi Dorau und Manfred Schenk v. Multimedia Plan; |
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CULTH2 - Die Zukunft des digitalen/ kulturellen Erbes Vortrag von Hans Petschar: Archivgerechte Objektdigitalisierung - Ein Werkstattbericht Hans Petschar von der Österreichischen Nationalbibliothek sprach über die Digitalisierung des zentralen Bildarchivs, das im nationalsozialistischen Österreich Ende der dreissiger Jahre begründet wurde: Nach dem Anschluss wurde versucht, eine "deutsche Nationalbibliothek" aufzubauen und zu diesem Zweck verschiedene Bildarchive zusammengelegt. Durch die Digitalisierung der Objekte habe die Nationalbibliothek, so Petschar, nicht nur ihr Archiv aktualisiert sondern ein ganz neues Archiv geschaffen. An erster Stelle steht aus der Sicht der ArchivarIn der Schutz von gefährdeten Objekten. Erst an zweiter Stelle geht es um die BenutzerInnen, also um die Ermöglichung eines Zugangs zu Bildern auch über das Netz. Die Digitalisierung der 1,4 Millionen Katalogzettel und zwei Millionen Bildobjekte bedarf verschiedener Vorraussetzungen und ein bestimmtes Umfeld an Einrichtungen, die Petschar gemeinsam mit seinem Team, das aus drei Frauen und zwei Männern zusammengesetzt ist, erarbeitet hat. Um eine solche Menge an Objekten zu verarbeiten, die zuerst mit einer digitalen Kamera fotografiert oder gescannt und dann mit einer speziellen Indexierungs-Software bearbeitet werden müssen, muss mit automatisierten Verfahren gearbeitet werden. Herkömmliche Methoden (mittlerweile "analoge" genannt) reichen da nicht mehr aus: Bei der automatischen Fotografie sollte jedoch die Problematik der Bildauflösung in den Planungsprozess miteinbezogen werden. Denn mit einer vierfachen Bildauflösung ist es für manche schon in Zerstörung befindlicher Objekte möglich, die Qualität zu verbessern und "Sachen herauszuholen, die auf den Bildern gar nicht mehr sichtbar waren". Dieses Verfahren kann jedoch aus finanziellen Gesichtspunkten nur in besonderen Fällen angewendet werden. Die Belastung für die Originale beim Scannen oder Fotografieren ist dabei minimal im Vergleich zu analogen Verhältnissen, was etwa die Belastung durch Wärme und Lichtverhältnisse anbelangt. Es sollte jedoch darauf geachtet werden, die mechanische Belastung der Originale möglichst gering zu halten. Der "analoge Auswurf" der Bilder, sprich die Ausgabe der digitalen Daten auf Fotopapier, ist zehn mal so teuer wie das digitale Verfahren zur Herstellung eben dieser Daten. Was jedoch teuer sei die Logistik, die dahintersteht. Ein wichtiges Problem sind Copyrightfragen damit nicht etwa die Bibliothek ihre eigenen Produkte, weil durch andere lizensiert, zurückkaufen muss. Schutzmechanismen sind z.B. Wasserzeichen in den Ausgaben für BenutzerInnen. Wichtig ist auch, auf die hohe Qualität der Digitalisierung der Bilder zu achten: Denn sonst ist absehbar, dass der ganze aufwendige Vorgang in ein paar Jahren wiederholt werden muss. Die Nationalbibliothek
sieht ganz klar die Bereitstellung einer Komprimierungssoftware für
die Üertragung hoch aufgelöster Daten nicht als ihre Aufgabe. Da wäre
das Bildungsministerium gefragt. Das nächste Projekt ist für Petschar
eine Zusammenarbeit mit dem AZ-Archiv, dem ORF-Archiv und dem Institut
für Zeitgeschichte, Archive, die über die bedeutensten Bildbestände
in Österreich verfügen.
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